Lokales Planungsdokument

Das lokale Planungsdokument ist der Leitfaden für die Ziele des Jobcenters Oberhausen. Es beschreibt unsere grundsätzliche strategische und operative Ausrichtung.

Im Jahr 2022 folgt das operative Handeln des Jobcenters Oberhausen dem Grundsatz „Nah am Kunden": Mit einem engmaschigen Kundenkontakt, individuellen sowie passgenauen Angeboten und vor allem persönlichen Beratungen möchten wir unsere Kundinnen und Kunden zurück in den Arbeitsmarkt bringen. Wir möchten Vermittlungshemmnisse möglichst abbauen, Kundinnen und Kunden qualifizieren und auf den Arbeitsmarkt vorbereiten, damit unsere Erfolge nachhaltig wirken.

Dezentrale Einschätzung zur Konjunktur und Arbeitsmarktentwicklung

„Auch wenn die Corona-Krise noch nicht endgültig überwunden ist, befindet sich der Arbeitsmarkt wieder auf Erholungskurs“ – das ist die Kernaussage des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) für das Jahr 2022. Der Arbeitsmarkt erholt sich zunehmend. Für den Jahresdurchschnitt 2022 wird von einem Rückgang der Arbeitslosigkeit ausgegangen. Die ökonomischen Eckwerte der Bundesregierung gehen von einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts von 3,8 Prozent in 2022 aus.

Wir gehen nicht davon aus, dass es zu einem weiteren vollumfänglichen Lock-Down in Deutschland kommen wird. Wir gehen grundsätzlich von einer positiven Entwicklung aus. Die Stadt Oberhausen wird an diesem Aufwärtstrend partizipieren. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt wird im Jahr 2022 deutlich positivere Rahmenbedingungen bieten. Für das Jahr 2022 wird ein Anstieg der Erwerbstätigen und ein Rückgang der Arbeitslosen prognostiziert.

Ziel des Jobcenters Oberhausen ist es, gemeinsam mit den Kundinnen und Kunden diese guten Rahmenbedingungen zu nutzen und Oberhausener Bürgerinnen und Bürger durch gezielte Aktivierung und Qualifizierung in Arbeit oder Ausbildung zu integrieren und die Hilfebedürftigkeit zu beseitigen.

Strategische Ausrichtung; operative Schwerpunkte und Maßnahmen sowie kommunale Ziele

Qualifizierung

Wir haben uns vorgenommen, im Jahr 2022 mindestens 645 Qualifizierungen mit unseren Kundinnen und Kunden durchzuführen. 200 Qualifizierungen sollen als abschlussorientierte Förderungen der beruflichen Weiterbildung absolviert werden.

Wir möchten, dass sich Geringqualifizierte zu Fachkräften ausbilden oder ihre Berufsabschlüsse nachholen, damit sie bessere und nachhaltigere Chance auf dem Arbeitsmarkt haben. Dabei konzentrieren wir uns auf die lokalen Erfordernisse sowie auf Berufsbilder und Branchen, bei denen aufgrund der demografischen Entwicklung in den nächsten Jahren ein Fachkräftemangel entstehen wird. Wir konzentrieren uns auf Berufsbilder und Branchen, die aufgrund der Eindämmungsmaßnahmen gegen die Pandemie einen Einbruch der Arbeitskräftenachfrage erlitten haben und in denen mit der Wiederbelebung des Arbeitsmarktes eine hohe Nachfrage zu erwarten ist.

Durch gezielte persönliche Beratungen und die Durchführung von Veranstaltungen zu den Themenfeldern Bildung und Beruf schaffen wir Marktnähe, wirken dem Fachkräftemangel entgegen und beseitigen Vermittlungshemmnisse.

Integrationen in Ausbildung & Jugendarbeitslosigkeit

Das Thema Ausbildung wird im Jahr 2022 im Jobcenter Oberhausen im Fokus stehen. Wir möchten mindestens 450 Integrationen in eine duale Ausbildung erreichen und uns dem guten Wert aus dem Jahr 2019 annähern.

Ergänzen werden wir die geplanten Integrationen in Ausbildung durch Integrationen in den allgemeinen Arbeitsmarkt von arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren. Dies werden wir mit einer Erhöhung der Kundenkontaktdichte sowie durch eine vollständige Auslastung unserer Maßnahmeangebote für diese Zielgruppe erreichen.

Die Vorjahresleistung aller Integrationen von Jugendlichen unter 25 Jahren soll um 10 % gesteigert werden. Mit diesen ambitionierten Zielen rechnen wir für das Jahr 2022 mit einer moderaten Reduzierung der Arbeitslosenquote von Jugendlichen unter 25 Jahren. Diese soll auf 5,8 % begrenzt werden.

Wir unterstützen die Jugendlichen durch intensive Beratung, Aktivierung und Qualifizierung und stimmen uns eng mit den Partnern des Jugendbündnishauses Oberhausen ab.

Reduzierung des Bestandes an Langzeitleistungsbeziehenden

Eine weitere Herausforderung ist die Reduzierung des Bestandes an Langzeitleistungsbeziehenden. Im Jahr 2021 haben wir trotz der Pandemie eine Reduzierung des Bestandes an Langzeitleistungsbeziehenden zum Vorjahr erzielt. Hier möchten wir anknüpfen und den Schwung nutzen.

Wir sind gut darin, den Übergang in den Langzeitleistungsbezug zu verhindern. Die Zugangsrate wollen wir im Jahr 2022 auf maximal 1,6 % im Jahresdurchschnitt begrenzen. Unser Fokus im Jahr 2022 liegt auf der Beendigung des bestehenden Langzeitleistungsbezugs. Unsere Abgangsrate weist den schlechtesten Wert im Vergleichstyp aus. Im nächsten Jahr begrenzen wir diesen Wert auf minimal 1,8 % im Jahresdurchschnitt.

Eine regionale Besonderheit ist der hohe Anteil der Langzeitleistungsbeziehenden mit verfestigtem Leistungsbezug, der vier Jahre oder länger andauert. Rund 67 % aller Langzeitleistungsbeziehenden weisen eine Bezugsdauer von über vier Jahren aus. Zum Vorjahr ist eine pandemiebedingte Steigerung eingetreten.

Durch gezielte und bedarfsgerechte Aktivierung und Qualifizierung oder durch existenzsichernde und nachhaltige Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt dieser Personengruppe können wir den Langzeitleistungsbezug vermeiden bzw. verringern. Hier sollen die Förderinstrumente „Eingliederung von Langzeitarbeitslosen (§16e SGB II)“ und „Teilhabe am Arbeitsmarkt (§16i SGB II)“ im Jahr 2022 konsequent genutzt werden.

Das Jobcenter Oberhausen weist mit rund 43 % eine hohe Quote an bedarfsdeckenden Integrationen aus. Rund 60 % aller Integrationen sind nachhaltig. Die Aktivierungsquote ist zu den Vorjahren gestiegen und hat das Niveau der Regionaldirektion Nordrhein-Westfalen überschritten. An diesen Erfolgen knüpfen wir an und wollen die Werte im Jahr 2022 steigern.

Durch die Reduzierung des Bestandes an Langzeitleistungsbeziehenden werden Kosten für Leistungen zum Lebensunterhalt sowie für Unterkunft und Heizung eingespart.

Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit

Ein besonderes Augenmerk liegt im Jahr 2022 auf der Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt, insbesondere auf der Steigerung der Frauenerwerbstätigkeit. Trotz annähernd gleichmäßigem Anteil von erwerbsfähigen Frauen und Männern werden zwei Drittel aller Integrationen mit Männern erzielt. Auch bei der Nutzung unserer Förderinstrumente ist die Verteilung nur geringfügig besser. Die Corona-Krise hat diesen Umstand teilweise noch verstärkt.

Eine Verbesserung der Teilhabe von Frauen auf dem Arbeitsmarkt ist ein entscheidender Beitrag für eine chancengerechte Zukunft für Frauen und Männer. Daher möchten wir im Jahr 2022 eine gleichmäßigere Annäherung bei den Integrationserfolgen und bei der Nutzung der Förderinstrumente erzielen und geschlechtsspezifischen Nachteilen entgegenwirken. Dabei betrachten wir die spezifischen Integrationsquoten von Frauen zu Männern im Allgemeinen, aber auch differenzierter die Bedarfsgemeinschaften der Partner-BG mit und ohne Kindern und der Alleinerziehenden sowie Frauen mit Fluchthintergrund und wollen eine Steigerung zu den Vorjahreswerten erreichen.

Wir möchten Frauen die Chance geben, aktiv in ihren individuellen Integrationsprozess einzusteigen. Wir möchten Frauen - vor allem denjenigen, die in traditionellen Rollenmustern leben - ermutigen, aktivieren und Perspektiven aufzeigen. Wir möchten Frauen die Chance gegeben, kulturelle Vielfalt kennenzulernen und damit ihr eigenes Rollenverständnis zu überdenken. Wir wollen Frauen einen Überblick über die Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Arbeitsmöglichkeiten geben und ihnen aufzeigen, dass es Alternativen gibt.

Neben einer geeigneten gendergerechten Ansprache bedarf es passgenauer Maßnahmen, die den Frauen den Einstieg in ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dies können wir jedoch nicht alleine schaffen. Hierfür müssen wir zusammen mit unserem lokalen Netzwerk und mit dem kommunalen Partner den Rahmen bilden, um Faktoren, die einer Chancengleichheit von Frauen am Arbeitsmarkt entgegenstehen (z.B Arbeitsnachfrage, Erwerbsorientierung, Betreuungsmöglichkeiten), zu beseitigen bzw. nicht entstehen zu lassen.

Langzeitarbeitslosigkeit

Aufgrund der schlechten Aufnahme des Arbeitsmarktes und der über Monate eingeschränkten Aktivierungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten sind die Übertritte in Langzeitarbeitslosigkeit im Jahr 2021 gestiegen.

2022 möchten wir die guten Werten aus 2019 erreichen. Durch gezielte Aktivierung und Qualifizierung möchten wir unsere Kundinnen und Kunden in Arbeit oder Ausbildung integrieren. Hierbei können wir den Übertritt in Langzeitarbeitslosigkeit verhindern bzw. die bestehende Langezeitarbeitslosigkeit beenden und den Bestand an langzeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden reduzieren.

Kosten für Unterkunft und Heizung

Zu Beginn des Jahres 2021 wurde bei den Kosten für Unterkunft und Heizung aufgrund des Zuwachses an Bedarfsgemeinschaften, der erleichterten Zugangsbedingungen sowie der fehlenden Möglichkeit, die Hilfebedürftigkeit der ganzen Bedarfsgemeinschaft vollumfänglich zu beenden, eine starke Steigerung zum Vorjahr verzeichnet. Im weiteren Jahresverlauf hat sich die Vorjahresdifferenz kontinuierlich abgeflacht, sodass zum Jahresende 2021 eine geringe Steigerung zum Vorjahr zu verzeichnen ist.

Für das Jahr 2022 planen wir eine Begrenzung der Steigerung der Kosten für Unterkunft und Heizung sowie der Wohnungsbeschaffungskosten auf maximal 2,0 %.

Bildung und Teilhabe

Die Inanspruchnahme der Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für bedürftige Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ist in den letzten Jahren gering aufgefallen. Für Eltern, die auf Unterstützungsleistungen angewiesen sind, ist es oft nicht leicht, ihren Kindern die gleichen Möglichkeiten in der Freizeit oder in der Schule zu bieten wie Kindern aus Familien mit höherem Einkommen. Während der Pandemie war es zum Teil nicht möglich, Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket zu nutzen.

Durch gezielte Ansprache von anspruchsberechtigten Bedarfsgemeinschaften möchten wir dem entgegenwirken. Die Inanspruchnahme der Leistungen ist durch die Einführung der „Bildungskarte“ wesentlich vereinfacht worden.

Die Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben (Mitgliedsbeiträge im Sportverein, Übernahme der Kosten für Malschulen, Musikschulen oder ähnlicher Einrichtungen für kulturelle Bildung) und die Teilnahme an Freizeiten sowie die Nutzung von Lernförderungen sollen im Jahr 2022 um bis zu 30 % gesteigert werden.  

Beratung zu Leistungsansprüchen

Wir möchten kundenorientierte Dienstleistungen in unseren Leistungsbereichen erbringen und eine hohe Qualität in unserer Leistungsgewährung sicherstellen. Hierzu beraten wir die leistungsberechtigten Kundinnen und Kunden zu allen in Frage kommenden Ansprüchen und Mehrbedarfen.

Unser Ziel ist es, unseren Kundinnen und Kunden ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen, damit sie sich bereits zu Beginn der Leistungsgewährung auf die Arbeits- bzw. Ausbildungssuche oder Qualifizierungen konzentrieren können und schnellstmöglich ihren Lebensunterhalt selbständig sicherstellen können.

Sicherstellung der Leistungsgewährung

Um den sozialen Frieden zu gewährleisten und keine Mittellosigkeit bei unseren Kundinnen und Kunden herzustellen, ist es uns ein hohes Anliegen, die Anträge auf Arbeitslosengeld II (Neuantrag und Weiterbewilligungsantrag) schnellstmöglich zu bearbeiten und Leistungen pünktlich und vollständig auszuzahlen.

Hier möchten wir die Bearbeitungsdauer ab dem Vorliegen der vollständigen Antragsunterlagen auf maximal zehn Arbeitstage begrenzen. Bereits im Jahr 2021 wurden über 60% der Neuanträge binnen fünf Arbeitstagen bearbeitet.

Von der Antragsstellung bis zum endgültigen Bescheid vergehen im Durchschnitt über 40 Tage. So lange dauert es, bis die Antragsunterlagen vollständig beim Jobcenter Oberhausen eingereicht und bearbeitet wurden. Dies zeigt, wie komplex und schwierig die Beantragung von Arbeitslosengeld II ist.

Durch speziell für neue Kundinnen und Kunden entwickelte Maßnahmen möchten wir die Betroffenen unterstützen und ihnen Hilfe beim Ausfüllen der Antragsunterlagen anbieten. Dadurch wird unnötige Zeit aufgrund von Anforderungen von Unterlagen vermieden, und Leistungen werden schneller bearbeitet. Unser Ziel ist es, durch die aktive Unterstützung der Kundinnen und Kunden die Zeit von der Antragsstellung bis zum endgültigen Bescheid auf durchschnittlich 20 Tage zu reduzieren.

Steigerung der digitalen Kompetenzen

In den letzten Jahren hat das Jobcenter Oberhausen große Schritte in Richtung Digitalisierung vollzogen. Wir haben unseren Kundinnen und Kunden viele digitale Angebote gemacht, um ihre Anliegen selbständig digital zu erledigen. Unterstützt wurde das Ganze durch die Einführung von Jobcenter.Digital für Kundinnen und Kunden.

Wir möchten unseren Kundinnen und Kunden diese digitalen Plattformen näherbringen und ihnen helfen, sich mit den digitalen Angeboten selbst zu helfen: Ob es hierbei um die Jobsuche geht, eine passende Weiterbildung zu finden oder Dokumente einzureichen - den Kundinnen und Kunden werden viele Möglichkeiten geboten, diese Themen schnell und selbständig digital zu erledigen.

Dies spart Zeit und lässt sich bequem von zuhause oder unterwegs erledigen. Vorsprachen sind nicht notwendig. Hierdurch entlasten wir auch direkt unsere Kundenbereiche.

Investitionen

Personalressourcen

Dem Jobcenter Oberhausen wurden für das Jahr 2021 insgesamt 365,0 Beschäftigungsmöglichkeiten zugeteilt. Für das Jahr 2022 hat die Trägerversammlung des Jobcenters Oberhausen das Haushaltsaufstellungsverfahren genehmigt und eine Stellenreduzierung um 9,5 Beschäftigungsmöglichkeiten beschlossen.

Diese Reduzierung der Beschäftigungsmöglichkeiten geht einher mit der kontinuierlichen Reduzierung der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten und der Bedarfsgemeinschaften sowie einem durch die Bundesagentur für Arbeit und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestätigten Gesamtnutzenpotential aufgrund der Einführung der elektronischen Akte.

In der Summe hat das Jobcenter Oberhausen im Jahr 2022 eine Personalkapazität von 355,5 Beschäftigungsmöglichkeiten beantragt. Die tatsächliche Zuteilung erfolgt im Frühjahr 2022.

Budget und Förderplanung

Ersten Schätzungen zufolge kann das Jobcenter Oberhausen im Jahr 2022 voraussichtlich mit rund 26,2 Mio. € für Eingliederungsleistungen rechnen. Dies sind im Vergleich zum Vorjahr rund 1,3 Mio. € weniger Mittel für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit.

Rund 70 % der Mittel sind aufgrund von Förderungen aus dem Vorjahr gebunden. Die Planung des Jobcenters Oberhausen sieht für die wichtigsten Bereiche folgende Mittelverteilungen vor.

Diagramm: Prozentuale Verteilung der Mittel auf Förderbereiche:

Performancepotential

Die aktuellen Ergebnisse liegen unterhalb der jeweiligen Sollwerte. Wir werden die Zielgröße der Integrationsquote von 18,1 % im Jahr 2021 nicht erreichen. Es wird ein Endwert von 16,9 % prognostiziert. Das ist eine Zielverfehlung von 6,8 %. Bei der Zielgröße Bestand Langzeitleistungsbeziehenden wird uns eine Zielverfehlung prognostiziert. Die Zielgröße von 14.383 Langzeitleistungsbeziehenden im Jahresdurchschnitt werden wir um ca. 17 Langzeitleistungsbeziehende überschreiten. Das ist eine Zielverfehlung von 0,1 %.

Der Zielerreichungsgrad des Jobcenters liegt aktuell bei 96,5% (September 2021). Damit befindet sich das Jobcenter Oberhausen auf Rang 14 von 14 im Vergleichstyp IIIc, geringfügig unterhalb des Durchschnittswertes im Vergleichstyp (99,0 %). Bis zum Jahresende wird eine leichte Verbesserung beim Zielerreichungsgrad eintreten. Die 100 % können aufgrund der Zielverfehlungen nicht erreicht werden.

Die Prognosen für das Jahr 2022 fallen optimistisch aus. Wir gehen davon aus, dass ein hohes Potential bei den Zielen Integrationsquote und Reduzierung des Bestandes an Langzeitleistungsbeziehenden vorhanden ist.

Durch die gezielte Integrationsarbeit mit Frauen wollen wir im Jahr 2022 eine deutliche Steigerung bei den Integrationen erreichen und den Vorjahreszielwert erreichen. Wir möchten das Jobcenter Oberhausen aus den unteren Rängen ins Mittelfeld bringen.

Zielwerte

Integrationsquote

Erstmalig wird im Jahr 2022 die Integrationsquote getrennt nach Frauen und Männer ausgegeben.

Bei der Integrationsquote der Frauen planen wir eine Quote von 11,7 % zu erreichen. Für 2021 wird eine Integrationsquote von 11,2 % prognostiziert.

Bei der Integrationsquote der Männer planen wir, 2022 eine Quote von 24,8 % zu erreichen. Für 2021 wird eine Integrationsquote von 22,9 % prognostiziert.

Insgesamt betrachtet planen wir eine Integrationsquote von 18,1 %. Dies entspricht dem Zielwert aus dem Vorjahr. Das Jobcenter Oberhausen plant, bei der Integrationsquote den gleichen Zielwert wie im Vorjahr zu erreichen. Wir wollen die Integrationen erbringen, die wir aufgrund der Pandemie nicht erzielen konnten.

Bei einem prognostizierten Bestand von 19.296 erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jahresdurchschnitt sind 3.484 Integrationen notwendig, um die Integrationsquote von 18,1 % zu erreichen.

Die Integrationsquote für das Jahr 2022 hängt von dem erzielten Jahresergebnis 2021 ab. Die tatsächliche Anzahl der Integrationen ist abhängig vom Bestand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten.

Langzeitleistungsbezug

Beim Ziel der Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug wurden die voraussichtlichen monatlichen Abgänge gegen die Zugänge in 2022 gerechnet. Die voraussichtliche Zahl der Zugänge wird anhand der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten, die im Verlauf des Jahres 2022 in den Langzeitleistungsbezug übergehen könnten, ermittelt. Die voraussichtliche Zahl der Abgänge wird anhand der Abgangsrate im gleitenden Jahresdurchschnittswert ermittelt.

Aufgrund der Betrachtung der Abgangsrate im gleitenden Jahresdurchschnittswert ergibt sich ein „dämpfender“ Effekt, da die Abgangsrate im Vergleich zu den Vorjahren schlechter ausfällt. Bei der Übergangswahrscheinlichkeit der Zugänge wird von einem höheren Wert ausgegangen.

Im Ergebnis ergibt sich ein Veränderungswert von -1,3 % beim Bestand der Langzeitleistungsbeziehenden im Jahresdurchschnitt. Für das Jahr 2021 wird ein Endbestand von 14.360 Langzeitleistungsbeziehenden prognostiziert. Mit dem Veränderungswert ergibt sich eine Reduzierung um 187 auf 14.173 Langzeitleistungsbeziehende im Jahresdurchschnitt. Dieser Wert ist abhängig vom erzielten Endbestand des Jahres 2021 an Langzeitleistungsbeziehenden im Jahresdurchschnitt.