Anastasiia Kozlova: Bewerbungscoaching bringt den Erfolg

Die deutsche Sprache – für viele geflüchtete Menschen, die in Deutschland ankommen, ist sie die größte Herausforderung, wenn es darum geht, einen Job zu finden. Nicht so bei Anastasiia Kozlova, die im Sommer 2022 aus Charkiv nach Oberhausen flüchtete und zunächst Leistungen vom Jobcenter Oberhausen bezog.

Die 32-Jährige, die in der Ukraine jahrelang als Kundenberaterin in der IT gearbeitet hat, hatte schon in der Schule Deutsch gelernt. Die deutsche Sprache begleitete sie auch noch in ihrem Studium der Sprachwissenschaften. Um ihre Deutschkenntnisse hier anerkennen zu lassen, absolvierte sie einen zehnmonatigen Sprachkurs, als sie nach Oberhausen kam. Mittlerweile beherrscht sie Deutsch fast auf Muttersprachniveau.

Nichtsdestotrotz blieb ihre Suche nach einer neuen Arbeitsstelle im vergangenen Jahr lange erfolglos: Frau Kozlova schrieb zwar in Eigeninitiative etliche Bewerbungen, bekam aber nur Absagen oder überhaupt keine Rückmeldung. Eine Erklärung dafür hatte sie zunächst nicht – bis sie sich an ihre Integrationsfachkraft im Integration Point des Jobcenters Oberhausen wandte.

Im Gespräch kam schnell heraus: Die 32-Jährige hatte Bewerbungen geschrieben, wie sie in der Ukraine üblich waren. Dort reicht die Zusendung eines Lebenslaufs aus. Die Kollegin aus dem Jobcenter vermittelte Frau Kozlova daraufhin ein Bewerbungscoaching beim Oberhausener Weiterbildungsinstitut WbI, finanziert durch einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein des Jobcenters. Hier lernte die 32-Jährige schnell, was deutsche Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber bei einer Bewerbung erwarten: Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, Nachweise, ggf. Arbeitsproben. Innerhalb von drei Monaten wusste sie, was eine gute Bewerbung ausmacht und wie sie sich in Vorstellungsgesprächen gut präsentiert.

Mit Erfolg: Seit Februar arbeitet Anastasiia Kozlova Vollzeit in einem Institut in Essen. Rückblickend sagt sie zu ihrer Jobsuche: „Empfehlen kann ich neben dem individuellen Coaching, sich um einen Minijob oder ein Praktikum zu bemühen, um die Sprache im Alltag zu trainieren und sich schneller in alltägliche Abläufe in Deutschland integrieren zu können.“

Foto: WbI; von links nach rechts: Rebecca Lieske (Jobcenter Oberhausen), Anastasiia Kozlova, Paulina Zimmermann und Stephanie Döhmen (beide WbI).

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